Stellungnahme des BUND Naturschutz

Der BUND Naturschutz Bamberg unterstützt die Pläne des Marktes Buttenheim zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Um die Klimakrise wenigstens abzumildern müssen wir möglichst schnell vollständig auf erneuerbare Energieträger umsteigen.
Ziel muss eine dezentrale Energieversorgung sein, die die Potentiale und die Wertschöpfung vor Ort unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Auge hat. Dabei stehen wir noch am Anfang.

Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern an der Stromerzeugung liegt in Deutschland, in Bayern, im Bereich der Klimaallianz Bamberg und in der Gemeinde Buttenheim erst bei knapp 50%. Betrachtet man den gesamten Energieverbrauch liegen wir in Deutschland noch bei einem Anteil an erneuerbaren Energieträgern von unter 20%. Trotz steigender Energieeffizienz und unserer Mahnung Energie einzusparen wird der Stromverbrauch in den nächsten Jahren aufgrund des verstärkten Einsatzes von Strom in den Bereichen Mobilität, Wärme und zur Erzeugung von Wasserstoff deutlich ansteigen. Deshalb müssen wir die Erneuerbaren Energien ausbauen. Der BUND Naturschutz begrüßt es, dass der Markt Buttenheim diese Aufgabe angeht.

Ein naturverträglicher Ausbau ist möglich

Wir erleben derzeit eine doppelte globale Krise, die nur gemeinsam gelöst werden kann: Die Klimaerhitzung und der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt sind eng miteinander verwoben.
Der Erfolg der Energiewende ist dabei entscheidend für das Erreichen unserer Klimaziele, insbesondere des 1,5°C-Ziels, und damit auch wesentlich für den langfristigen Erhalt der biologischen Vielfalt.
Wir stellen nicht in Abrede, dass Windkraftanlagen einen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen. Durch die übergeordnete Regionalplanung und die artenschutzrechtlichen Prüfungen im Genehmigungsverfahren kann aber ein naturverträglicher Ausbau gelingen.
Leider ist in Deutschland der notwendige Zubau von Windkraftanlangen in den letzten Jahren eingebrochen. Speziell in Bayern brachte eine überzogene Abstandsregelung (sogenannte 10H-Regelung) den Ausbau gänzlich zum Erliegen. Dadurch sind die auch nach naturschutzfachlichen Kriterien ausgewiesenen Windvorrangflächen blockiert. Dennoch haben die Gemeinden die Möglichkeit über die Bauleitplanung Windkraftprojekte anzuschieben, wie dies jetzt die Gemeinde Buttenheim vorhat.

Zum vorgesehenen Standort bei Tiefenhöchstadt

Der vorgesehene Standort nördlich von Tiefenhöchstadt ist der am besten geeignetste Standort im Markt Buttenheim. Das Windangebot ist bezogen auf unsere Region sehr gut. Die am nächsten gelegene Ortschaft Tiefenhöchstadt liegt im Tal mit steilen Hängen, sodass mögliche Windräder nur bedingt sichtbar wären. Kälberberg ist zumindest etwas nach Westen hin eingemuldet. Die vorgeschriebenen Abstände von wenigsten 700 m zu den

nächst gelegenen Ortschaften Tiefenhöchstadt und Kälberberg können gut eingehalten werden. Zum zusätzlichen Schutz gegenüber den Geräuschen der Windkraftanlagen sollten jedoch wenigstens 800 m, besser 900 m Abstand angestrebt werden. Diese vergrößerten Abstände sind am vorgesehenen Standort möglich und sollten ausgenutzt werden. Beide Ortschaften liegen nicht in der Hauptwindrichtung der möglichen Windradstandorte, was günstig für eine mögliche Belastung mit Geräuschen ist. Weitere Ortschaften liegen bereits in teils deutlich über 1 km Entfernung. Das Landschaftsbild betreffend ist die Jura-Hochfläche prinzipiell gut als Standort geeignet. Der Standort würde den bereits bestehenden Windpark nach Westen hin erweitern. Allerdings rückt der Standort unmittelbar an den Albtrauf. Durch die eingeschnittenen Täler beginnt sich der Albhochfläche im Bereich der

möglichen Windräder auszubuchten. Somit ist der Standort vom Landschaftsbild nicht optimal. Wir vom BUND Naturschutz vertreten jedoch die

Auffassung, dass optische Belange des gegenüber der Notwendigkeit der Erzeugung sauberen Stroms zurückstehen muss. Artenschutzrechtliche Belange müssen in der Bewertung im Laufe des Genehmigungsverfahrens noch untersucht werden.

Artenschutzrechtliche Prüfung

Durch den Bau von Windrädern können Konflikte mit dem Schutz von Großvögeln und Fledermäusen entstehen, vor allem indem es zu Kollisionen mit den Rotoren oder nachhaltigen Störungen von Brutvorkommen kommt. Mögliche Standorte für Windenergieanlagen werden in der Planungsphase genau überprüft, um das Vorkommen gefährdeter und geschützter Arten zu analysieren und entsprechende Auflagen vorzuschreiben. So können zu Zeiten hoher Flugaktivität Anlagen vorübergehend anhand festgelegter Abschaltintervalle außer Betrieb gesetzt werden. Außerdem werden mit Fledermaus-Detektoren die Zeiten erfasst, in denen Fledermäuse den Anlagen nahe kommen. Dem entsprechend können die Anlagen abgeschaltet werden. Bekannt sind derzeit Uhu-Vorkommen im Bereich von Frankendorf-Tiefenhöchstadt und ein Wanderfalken-Brutort direkt am Sender Kälberberg.

Dies wird in die Untersuchungen einfließen. Abgesehen von speziellen Vogelarten spielen bei der Anzahl getöteter Vögel vor allem Glasscheiben, der Verkehr, Hauskatzen und Freileitungen die entscheidende Rolle. Windkraftanlangen sind demgegenüber als Tötungsursache sehr selten.

Erich Spranger

2. Vorsitzender

Kreisgruppe Bamberg des BUND Naturschutz in Bayern e. V.

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